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Unter der Haube

So funktioniert’s – und warum wir dein Los nicht kennen

Die meisten Wichtel-Dienste speichern, wer mitmacht und wer wen beschenkt. wichtelmacher.de ist so gebaut, dass wir das gar nicht erfahren können. Hier steht, wie das funktioniert, wo die Grenzen liegen und wie du es selbst nachprüfst.

Was beim Klick auf „Jetzt auslosen“ passiert

Alles, was jetzt folgt, erledigt dein Browser – auf deinem Gerät, ohne eine einzige Anfrage an unseren Server:

  1. Er liest die Namen und Einstellungen aus dem Formular. Die Felder haben nicht einmal einen Namen, unter dem man sie an einen Server schicken könnte.
  2. Er lost aus. Der Zufall kommt aus der Kryptografie-Schnittstelle des Browsers, derselben, die auch verschlüsselte Verbindungen absichert.
  3. Für jede Person baut er ein Los: wer schenkt, wer beschenkt wird, dazu Name der Runde, Kennung, Budget, Termin und Hinweis, soweit du sie angegeben hast.
  4. Jedes Los wird mit einem eigenen, zufälligen Schlüssel verschlüsselt (AES-GCM) und hinten an den Link gehängt – hinter das #-Zeichen.
  5. Du bekommst die Liste der Links. Die Zuteilung selbst zeigt dir die Seite nicht an.

Gespeichert wird dabei nichts – weder bei uns noch in deinem Browser. Schließt du die Seite, ist die Runde nur noch in den Links vorhanden, die du verschickt hast.

Warum der Server das Los nie sieht

Ein Link auf ein Los sieht so aus:

https://wichtelmacher.de/los    ← das fragt der Browser beim Server an
#AZ3kP9mT…vQe                   ← das Los: bleibt im Browser

Der Teil hinter dem # heißt Fragment. Er ist dafür gedacht, innerhalb einer Seite zu springen, und Browser schicken ihn deshalb beim Aufruf nie an den Server – nicht in der Anfrage und nicht in der Angabe, von welcher Seite jemand kommt. Das ist kein Versprechen von uns, sondern seit Jahrzehnten festgelegt, wie Adressen im Web funktionieren.

Öffnet jemand den Link, ruft sein Browser also nur /los ab. Die Seite, die zurückkommt, ist für alle gleich und enthält kein Los. Erst danach liest ein kleines Skript den Teil hinter dem # aus, entfernt ihn sofort aus der Adresszeile und entschlüsselt das Los – auf dem Gerät der Person, die den Link geöffnet hat.

In unseren Server-Protokollen steht deshalb nur, dass jemand /los aufgerufen hat. Auch die Vorschau, die WhatsApp und andere Messenger von einem Link erzeugen, fragt nur /los an.

Tipp: Das Skript, das das Los aus der Adresse nimmt, ist das allererste auf der Seite. Es läuft, bevor Werbung oder Reichweitenmessung überhaupt geladen werden – so kann auch kein anderes Skript die vollständige Adresse lesen.

Bereit für deine Runde?

Jetzt online auslosen

Was die Verschlüsselung leistet – und was nicht

Der Schlüssel steht mit im Link. Das ist Absicht: Sonst bräuchte jede Person ein Passwort, oder wir bräuchten einen Server, der die Schlüssel verwaltet – und damit genau die Daten, die wir nicht haben wollen.

Die Verschlüsselung sorgt deshalb für zwei Dinge:

  • Niemand liest versehentlich mit. Der Name steht nicht lesbar im Link, weder in einer Vorschau noch beim Kopieren.
  • Ein veränderter Link fällt auf. Ist der Link beim Kopieren abgeschnitten oder wurde er verändert, lässt sich das Los nicht öffnen. Die Seite zeigt dann eine Fehlermeldung statt eines falschen Namens.

Was sie nicht leisten kann: Wer einen Link hat, kann das Los darin öffnen. Das gilt auch für die Person, die ausgelost hat – sie hat ja alle Links. Die Seite zeigt ihr die Zuteilung zwar nicht an, verhindern lässt sich das Öffnen aber nicht.

Soll auch der Organisator ganz sicher nichts sehen, weil er selbst mitwichtelt, nehmt den Modus Handy herumreichen. Dann deckt jede Person ihr Los selbst auf, und niemand sonst sieht es.

Wie zufällig ist die Auslosung?

Der Zufall kommt nicht aus einem einfachen Zufallsgenerator, sondern aus der Kryptografie-Schnittstelle des Browsers (Web Crypto API). Die Zahlen daraus lassen sich nicht vorhersagen.

Ausgelost wird so: Der Browser würfelt eine vollkommen zufällige Reihenfolge und prüft, ob sie alle Regeln erfüllt – niemand zieht sich selbst, keine Ausnahme ist verletzt. Passt sie nicht, würfelt er neu. Dieses Verfahren hat eine Eigenschaft, auf die es beim Wichteln ankommt: Jede gültige Zuteilung ist gleich wahrscheinlich. Niemand wird bevorzugt, auch nicht, wer oben in der Liste steht.

Nur wenn sehr viele Ausnahmen die Möglichkeiten stark einschränken, sucht der Browser gezielt nach einer passenden Zuteilung. Dann findet er sicher eine, falls es eine gibt, aber nicht mehr streng gleichverteilt. Bei üblichen Runden mit ein paar Paaren kommt das nicht vor.

Die Kennung der Runde

Jede Auslosung bekommt eine kurze Kennung aus vier Zeichen, zum Beispiel K7M2. Sie steht in jedem Los und in der Liste des Organisators.

Wird neu ausgelost, weil jemand abgesagt hat oder dazukommt, bekommt die Runde eine neue Kennung. Die alten Links lassen sich weiter öffnen – wir können sie nicht zurückrufen, weil wir sie nie gesehen haben. Über die Kennung sieht aber jede Person, ob ihr Link zur aktuellen Runde gehört. Sagt der Organisator in der Gruppe „gültig ist Runde K7M2“, ist die Sache klar.

Selbst nachprüfen

Du musst uns nichts glauben. Mit den Entwicklerwerkzeugen deines Browsers kannst du selbst sehen, was die Seite überträgt:

  1. Öffne die Startseite am Computer und drücke F12 (am Mac Wahl + Befehl + I).
  2. Wechsle in den Reiter Netzwerk und leere die Liste.
  3. Trag Namen ein und klicke auf „Jetzt auslosen“. Es erscheint keine neue Anfrage – der Browser rechnet alles selbst.
  4. Öffne einen der Links. In der Liste erscheint die Anfrage an /los – ohne den Teil hinter dem #.

Anfragen an Google erscheinen nur, wenn du der Werbung zugestimmt hast. Sie enthalten weder Namen noch Los, weil die Adresse zu diesem Zeitpunkt schon bereinigt ist.

Was wir trotzdem erfahren – und die Grenzen

Wie bei jeder Website fallen beim Aufruf Server-Protokolle an: IP-Adresse, Zeitpunkt, aufgerufene Seite, Browser. Sie werden nach spätestens sieben Tagen gelöscht. Was sonst beim Besuch anfällt – etwa Werbung, die nur nach deiner Zustimmung geladen wird –, steht in der Datenschutzerklärung. Namen, Zuteilungen, Budget oder Hinweise sind nie dabei.

  • Ein verlorener Link lässt sich nicht wiederherstellen. Wir haben ihn nie gesehen. Die Person, die ausgelost hat, hat ihn, solange ihre Seite offen ist oder sie die Liste kopiert hat.
  • Weitergeleitete Links sind lesbar. Wer einen fremden Link bekommt, kann das Los darin öffnen. Deshalb gehört jeder Link einzeln an die richtige Person und nicht in den Gruppenchat.
  • Handy herumreichen lebt nur, solange die Seite offen ist. Wird sie neu geladen, ist die Runde weg und muss neu ausgelost werden.

Häufige Fragen

Speichert wichtelmacher.de die Namen?

Nein. Die Namen verlassen dein Gerät nicht und werden auch nicht im Browser gespeichert. Sie stehen nur in den Losen, und die Lose stehen verschlüsselt in den Links, die du verschickst.

Kann jemand bei wichtelmacher.de nachsehen, wer wen beschenkt?

Nein. Der Teil des Links, in dem das Los steht, wird von Browsern nie an einen Server geschickt. Bei uns kommt nur an, dass jemand die Seite /los aufgerufen hat.

Warum reicht es nicht, einfach Zettel zu ziehen?

Zettel ziehen ist gut, wenn alle an einem Tisch sitzen – dafür gibt es den Modus „Handy herumreichen“. Die Links helfen, wenn die Runde verstreut ist, und beide Wege verhindern, dass jemand sich selbst zieht oder ein Paar sich gegenseitig.

Was passiert, wenn ich neu auslose?

Es entstehen neue Lose mit einer neuen Kennung. Die alten Links lassen sich weiter öffnen, gehören aber zur alten Runde. Verschick deshalb alle Links neu und sag dazu, welche Kennung gilt.