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Spielregeln mit Würfel

Schrottwichteln: Regeln mit Würfel – und ohne

Beim Schrottwichteln geht es nicht um das schönste Geschenk, sondern um das kurioseste – und darum, es rechtzeitig wieder loszuwerden. Hier findest du eine verbreitete Würfelvariante mit allen sechs Augenzahlen, Varianten ohne Würfel und Ideen für Schrott, über den die ganze Runde lacht.

Was ist Schrottwichteln?

Beim Schrottwichteln bringt jede Person ein eingepacktes Geschenk mit, das sie selbst loswerden möchte oder das bewusst albern ist: der Kerzenständer von der Tante, die Tasse mit dem fragwürdigen Spruch, das Küchengerät, das nie jemand benutzt hat. Alle Päckchen kommen in die Mitte, und dann entscheiden Würfel, Zeit oder Taktik, wer am Ende was mit nach Hause nimmt.

Das Spiel hat viele Namen. Neben Schrottwichteln hört man oft Horrorwichteln, je nach Runde auch Chaos- oder Würfelwichteln. In manchen Gegenden, vor allem im Norden, heißt so ein Tauschspiel auch Julklapp – wobei Julklapp anderswo einfach das klassische Wichteln meint.

Anders als beim klassischen Wichteln gibt es kein festes Regelwerk. Jede Firma, jeder Verein und jede Familie spielt ein bisschen anders. Die folgenden Regeln sind deshalb eine verbreitete Variante – passt sie ruhig an eure Runde an und sprecht sie vor dem ersten Wurf einmal laut durch.

Die Würfelregeln: eine verbreitete Variante

Ihr braucht einen Würfel, eure Päckchen und eine Uhr. Setzt euch in einen Kreis, legt alle Geschenke in die Mitte und bestimmt, wer anfängt – zum Beispiel die jüngste Person. Dann wird reihum gewürfelt, und jede Augenzahl löst eine Aktion aus:

  • Eine 1: Aussetzen – der Würfel geht direkt weiter.
  • Eine 2: Gib eines deiner Päckchen an die Person links von dir.
  • Eine 3: Gib eines deiner Päckchen an die Person rechts von dir.
  • Eine 4: Tausche eines deiner Päckchen mit einer Person deiner Wahl.
  • Eine 5: Alle geben alle ihre Päckchen eine Person weiter – die Richtung sagst du an.
  • Eine 6: Nimm dir ein Päckchen aus der Mitte. Ist die Mitte leer, darfst du dir eins von einer beliebigen Person nehmen.

Hast du noch kein Päckchen, verfallen die Aktionen zum Geben und Tauschen, und der Würfel wandert weiter. Gespielt wird in zwei Phasen: Zuerst wird gewürfelt, bis die Mitte leer ist. Danach beginnt die Tauschphase auf Zeit, in der die Päckchen nur noch zwischen euch hin und her wandern. Erst wenn die Zeit abgelaufen ist, wird ausgepackt.

Damit am Ende niemand mit leeren Händen dasteht, braucht ihr eine Abschlussregel. Eine einfache Lösung: Wer beim Schlussgong mehrere Päckchen hat, gibt so lange ab, bis alle genau eins haben – welches, sucht die abgebende Person aus. Manche Runden spielen die erste Phase außerdem so, dass jede Person nur ein Päckchen aus der Mitte nehmen darf.

Tipp: Schreibt die sechs Aktionen groß auf einen Zettel und legt ihn in die Mitte. Dann muss niemand nachfragen, und das Spiel bleibt im Fluss.

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Auf Zeit spielen: mit Eieruhr oder Timer

Ohne Zeitlimit kann die Tauschphase ewig dauern – oder zu früh verpuffen. Deshalb spielen viele Runden den zweiten Teil auf Zeit. Wie lange, legt ihr vorher fest: Für eine kleine Runde reichen oft fünf Minuten, bei zwanzig Leuten darf es auch eine Viertelstunde sein.

Spannend wird es, wenn niemand genau weiß, wann Schluss ist. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Eieruhr oder Küchenwecker, der verdeckt hinter einem Kissen tickt – niemand sieht, wie viel Zeit noch bleibt.
  • Timer auf dem Handy, den eine Person stellt, die nicht mitspielt oder die Zeit für sich behält.
  • Musik: Solange ein Lied läuft, wird gewürfelt. Stoppt die Musik, ist die Runde vorbei – wer gerade ein Päckchen in der Hand hält, behält es.
  • Zwei Würfel: Soll es schneller gehen, laufen zwei Würfel gleichzeitig im Kreis. Das bringt Tempo und ordentlich Durcheinander.

Tipp: Stellt den Timer erst, wenn die Mitte leer ist. Sonst endet das Spiel, bevor alle Päckchen verteilt sind.

Ohne Würfel: die Stehlen-Variante und „White Elephant“

Wer keinen Würfel zur Hand hat oder mehr Taktik möchte, spielt die Stehlen-Variante. Im Englischen heißt sie White Elephant, manchmal auch „Yankee Swap“. Meist läuft sie so ab:

  1. Zuerst wird die Reihenfolge festgelegt, zum Beispiel mit nummerierten Zetteln, die alle ziehen.
  2. Die erste Person nimmt ein Päckchen aus der Mitte und packt es sofort vor allen aus.
  3. Jede weitere Person hat die Wahl: Sie packt ein neues Päckchen aus der Mitte aus – oder sie nimmt einer anderen Person ein bereits ausgepacktes Geschenk weg.
  4. Wem etwas weggenommen wurde, wählt erneut: neues Päckchen oder selbst jemandem etwas wegnehmen. Das gerade verlorene Geschenk darf man sich nicht sofort zurückholen.
  5. Das Spiel endet, wenn das letzte Päckchen ausgepackt ist.

Viele Runden ergänzen eine Grenze: Ein Geschenk, das dreimal den Besitzer gewechselt hat, ist „eingefroren“ und bleibt, wo es ist. Sonst kreist das begehrteste Stück endlos. Oft darf die erste Person zum Schluss noch einmal tauschen, weil sie anfangs keine Auswahl hatte.

Eine ruhigere Variante ohne Würfel ist die Links-rechts-Geschichte: Eine Person liest eine Geschichte vor, in der oft „links“ und „rechts“ vorkommen, und bei jedem dieser Wörter wandern alle Päckchen in die entsprechende Richtung. Wenn die Geschichte zu Ende ist, packen alle aus, was sie gerade in der Hand haben.

Was als Schrott gilt – und was nicht

Schrottwichteln lebt davon, dass alle über die Geschenke lachen können – auch die Person, die sie bekommt. Schrott heißt also: kurios, überflüssig, geschmacklich gewagt. Es heißt nicht: Müll. Diese Grenzen haben sich bewährt:

  • Nichts Kaputtes: Ein Gerät, das nicht funktioniert, ist kein Witz, sondern Entsorgung auf fremde Kosten.
  • Nichts Ekliges: Keine getragene Kleidung, keine angebrochenen Lebensmittel, nichts Abgelaufenes.
  • Nichts Verletzendes: Keine Anspielungen auf Aussehen, Gewicht, Alter oder Herkunft, keine Diätbücher als „Scherz“, nichts Anzügliches – gerade im Büro.
  • Nichts Gefährliches: Keine Messer, keine Chemikalien, keine Geräte mit beschädigtem Kabel.
  • Nichts, was echte Arbeit macht: Ein sperriges Möbelstück, das jemand mühsam nach Hause schleppen muss, ist nur für den Schenkenden lustig.

Neu gekaufter Schrott ist erlaubt, aber nicht nötig. Viele Runden setzen gerade darauf, dass Dinge aus dem eigenen Keller ein zweites Leben bekommen. Wer doch etwas kauft, hält sich am besten an ein kleines Budget, zum Beispiel 5 €.

Tipp: Frag dich beim Einpacken: Würde ich lachen, wenn ich das auspacke? Wenn die ehrliche Antwort „eher nicht“ lautet, lass es im Schrank.

Ideen für gelungenen Schrott

Die besten Schrottgeschenke sind die, bei denen der ganze Raum „Oh nein“ ruft und trotzdem jemand heimlich hofft, es zu behalten. Ein paar Beispiele, die in vielen Runden funktionieren:

  • kitschige Deko: Porzellanfiguren, Schneekugeln mit fragwürdigem Motiv, blinkende Mini-Weihnachtsbäume
  • Tassen mit Sprüchen, die schon vor Jahren nicht witzig waren
  • Küchengeräte für genau eine Aufgabe: Eierschneider, Bananenhalter, Spaghetti-Portionierer
  • Bücher mit sehr speziellen Themen oder Ratgeber aus einem anderen Jahrzehnt
  • Musik oder Filme auf Kassette oder Videokassette
  • übrig gebliebene Werbegeschenke: Kugelschreiber, Schlüsselanhänger, Stressbälle
  • Kleidung mit Mut zur Farbe, ungetragen: Krawatten, Socken mit Motiv, Weihnachtspullover
  • Puzzles mit sehr vielen Teilen und sehr viel Himmel
  • ein selbst gemaltes Bild aus dem Volkshochschulkurs, gerahmt
  • ein Päckchen in fünf Lagen Papier – auch die Verpackung darf Schrott sein

Ein guter Trick: Pack etwas Kleines in eine große Schachtel oder etwas Schweres in leichtes Papier. Beim Würfeln versucht jeder, die Päckchen einzuschätzen – und liegt oft daneben.

Schrottwichteln im Büro und in der Familie – und wann ihr doch auslost

Im Büro ist Schrottwichteln praktisch, weil niemand ein persönliches Geschenk für jemanden aussuchen muss, den er kaum kennt. Achte trotzdem darauf, dass alles bürotauglich bleibt: nichts Anzügliches, keine Seitenhiebe auf Kolleginnen, Kollegen oder die Chefetage. Und macht klar, dass niemand mitspielen muss – wer lieber zuschaut, schaut zu.

In der Familie spielen oft mehrere Generationen mit. Dann lohnt es sich, die Regeln so einfach wie möglich zu halten und für Kinder eine eigene Regel zu vereinbaren, etwa dass ihnen niemand etwas wegnehmen darf. Und wenn die Oma ihr eigenes Bild von damals zurückbekommt, gehört das zum Spiel.

Übrigens: Schrottwichteln muss nicht ausgelost werden. Alle Geschenke kommen in die Mitte, und das Spiel verteilt sie. Auslosen lohnt sich nur, wenn ihr zusätzlich klassisch wichtelt – etwa wenn es an einem Abend erst persönliche Wichtelgeschenke gibt und danach das Würfelspiel mit dem Schrott. Für die klassische Runde lost ihr vorher aus, zum Beispiel mit einem eigenen Link für jede Person oder im Modus „Handy herumreichen“.

Tipp: Wenn ihr beides kombiniert, trennt die Geschenke klar: persönliche Wichtelgeschenke mit Namensschild, Schrott ohne. Sonst landet das liebevoll ausgesuchte Buch versehentlich im Würfelspiel.

Häufige Fragen

Wie funktioniert Schrottwichteln mit Würfel?

Alle legen ein eingepacktes Geschenk in die Mitte, dann wird reihum gewürfelt. Bei einer verbreiteten Variante nimmt man sich bei einer 6 ein Päckchen aus der Mitte, die anderen Zahlen bedeuten tauschen, weitergeben oder aussetzen. Ist die Mitte leer, geht es auf Zeit weiter, bis der Timer klingelt.

Was ist der Unterschied zwischen Wichteln und Schrottwichteln?

Beim klassischen Wichteln wird ausgelost, und jede Person besorgt ein passendes Geschenk für genau einen Menschen. Beim Schrottwichteln bringen alle etwas Kurioses mit, das in die Mitte kommt und per Würfel oder Tauschregeln verteilt wird. Das eine ist ein persönliches Geschenk, das andere vor allem ein Spiel.

Was schenkt man beim Schrottwichteln?

Kuriose, überflüssige oder kitschige Dinge, über die alle lachen können – etwa alte Deko, Tassen mit Sprüchen oder Küchengeräte für eine einzige Aufgabe. Tabu sind kaputte, eklige oder verletzende Geschenke. Viele Runden nehmen Dinge aus dem eigenen Keller, statt Neues zu kaufen.

Wie lange dauert Schrottwichteln?

Das hängt von der Zahl der Mitspielenden und der Variante ab. Die erste Phase dauert, bis die Mitte leer ist, die Tauschphase legt ihr selbst fest – oft reichen fünf bis fünfzehn Minuten. Für das Auspacken und Lachen danach solltet ihr ruhig etwas Zeit einplanen.

Muss man Schrottwichteln auslosen?

Nein. Da alle Geschenke in die Mitte kommen und das Spiel sie verteilt, braucht es keine Auslosung. Auslosen lohnt sich nur, wenn ihr zusätzlich klassisch wichtelt und jede Person ein persönliches Geschenk für jemand Bestimmten besorgt.